Mahogany hall – achtung mahooogany hall (mit total englischem Akzent) nicht mahogaaany hall ausgesprochen – ist ein Urgestein der Berner Club Szene (existiert schon seit 1968) und gilt als der älteste Musikclub Berns. Man kennt sich in der mahogany hall und selbst ich als Nichtbernerin habe in diesem Club bekannte Gesichter angetroffen. Wie an so vielen Orten in Bern ist es hier etwas, nennen wir es „Bernerisch alternativ“. Oder mit anderen Worten: Einfach ein wenig entspannter, nicht ganz so perfekt, irgendwie nicht ganz so „totaly chic“, sondern einfach irgendwie gemütlich. Mann bzw. Frau muss sich somit auch nicht so perfekt herausputzen, sondern darf zum Kleidchen oder der Lieblingsjeans ohne Probleme die alten Chucks anziehen. (Die vielen Pflastersteine in Bern würden dir sowieso den Absatz ruinieren). Der entspannte Dresscode gilt übrigens für viele Orte in Bern. Es ist einfach alles nicht ganz so angestrengt.

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Der Präsident des Vereins Mahogany Hall, Andreas, ist genauso ein Berner Original wie sein Club. Innerhalb von 5min haben wir einen Crashkurs in BÄRNDÜTSCH bekommen. (Zumindest glaube ich, es ist Bärndütsch, auf jeden Fall altes Schweizerdeutsch, weil meine Mamma, die aus Luzern kommt, hat es verstanden). Einen Auszug gefällig? Wenn die Tschugger kommen, habt ihr die Polizei im Haus und wer bis am Morgen am schwofe ist, der tanzt bis zum Morgengrauen. Und wusstet ihr, dass Berner Männer gerne „schmüsele“? Nicht wirklich Berndeutsch, aber hört sich irgendwie lustig an.

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Das Durchschnittsalter in der mahogany hall ist zwar etwas höher – yeah komme mir total jung vor – aber die Stimmung gechillt, cool und entspannt. Die beiden netten Damen am Eingang nehmen jeden ganz herzlich in Empfang und tanzen dann auch gerne mit, wenn die Band loslegt. Wir waren heute am Konzert von PDT. Wie die so sind, fragst du? Coole Bärner (nicht mehr ganz so junge, aber nicht minder coole) Jungs lassen alle fröhlich mit dancen. Sie besitzen typisch bernerisch abgekürzte Namen wie Dänu, Jüre, Röschu, Mike und Stebu und haben es echt im Griff, die Leute von jung bis alt anzuheizen. Ihr seid (Achtung festhalten) über 20 Jahren aufgebautes Repertoire reicht von Covers what a wonderful world von Louis Armstrong, über born to be wild von Steppenwolf bis zu eigenen Stücken mit so klingenden Namen wie Brösmeli, Winibi, Ranzeweh. Der Abend war gelungen und die Band hat nach der offiziellen Spielzeit noch unzählige Zugaben gegeben. Das Publikum war begeistert und hat ausgelassen mitgefeiert.

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Aus diesem Club kommt man zu später Stunde tiefenentspannt und glücklich grinsend raus und bekommt ein bisschen Berner Stimmung mit nach Hause. „E henne gäbigi Sach“ sag ich da. Also wir „schwofe“ da bestimmt wieder mal ab…