The flat iron ist nicht gerade ein Zufallsgriff. Zumindest das, in dem wir waren – es gibt deren drei in London – ist zwar zentral gelegen aber nicht unbedingt auf Laufkundschaft ausgerichtet. Das hat es aber auch gar nicht nötig! Wir hatten zwar Glück und konnten direkt an einen Tisch, aber es kann auch bis zu 45 Minuten Wartezeit geben. Reservieren kann man übrigens nicht, aber man kann sich für einen SMS Alert anmelden und bis zum nächsten freien Tisch irgendwo in der Gegend rumgondeln. In Highheels-Laufnähe bei der Ubahnstation Tottenham Court Road in einer Seitenstrasse liegt dieses umwerfend unkomplizierte Steakhous der Extraklasse. Die Einrichtung ist stylisch altmodisch und die Karte in etwa 2 Minuten erklärt.

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alkoholfreier Aperitiv aus fruchtigem Wasser, Minze und Basilikum

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Es gibt nämlich nur ein Gericht: „The Flat Iron Steak“ dafür mit einer Auswahl an Side dishes. Auch die überschaubar, aber zumindest die vier, die wir getestet haben, waren eine echte Gaumenfreude. Meine beiden Highlights: Sofies Salade – ich habe einen liebevollen Salat hier echt etwas vermisst – der Urklassiker: Nüsslersalat mit Blauschimmelkäse, karamellisierten Pekannüssen und Birnenschnitzen. Mein zweites Highlight waren die Auberginen, die zum Glück mein Freund bestellt hat. Das oft etwas vernachlässigte Stiefkind der Gemüsebeilagen wird hier in einer neuen Interpretation des italienischen Klassikers Parmigiana serviert. statt Minze wird Basilikum beigefügt und schlichte Tomatensauce ohne weiteren Schnickschnack.
Der Weisskohl war ebenfalls gut und knackig zubereitet. Das Fleisch hatte den perfekten Garpunkt und war auch sehr zart. Was das ganze jedoch zusätzlich noch so cool macht, ist das Konzept des Restaurants. Das Fleisch stammt aus einer eigenen Farm in York und bei allen anderen Zutaten wird sehr genau darauf geachtet, mit wem sie zusammen arbeiten um möglichst vieles aus regionaler Herstellung zu bekommen. Aber lest doch kurz selbst:)

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Die Bedienung ist genau so unkompliziert und sympathisch wie das ganze Restaurant und die Kellnerin an unserem Tisch, die mich irgendwie an Julia Stiles erinnert, war schnell und hat alles mit einer gewissen Leichtigkeit gemacht, als ob das Restaurant ihr gehören würde und sie voll und ganz hinter dem Konzept stehen würde. I like it.

Das Dessert war ein echt süsser Traum aus Softice, Salty Caramel, Schokolade und Vanillesauce… hach…

Selbst bei der Unisex Toilette haben sie mit viel Witz ihr Konzept weiter geführt. Es wundert mich nicht hier einer der coolsten Naturkosmetikmarken Cowhed vorzufinden.

Preislich liegt es mehr als im Rahmen und ist eines der günstigeren Adressen die wir in London gefunden haben.

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