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Von aussen erscheint das Restaurant La porte des Indes klein und unscheinbar. Schätzungsweise nicht mehr als 10 Tischchen. Die Karte hört sich gut und authentisch an, also gehen wir doch mal rein.

Tritt man ein, so ist alles, was man von aussen gesehen hat nur der Empfangsbereich gewesen! Geht man die Treppe runter, kommt man mit jedem Tritt einen Schritt näher nach Indien zur französischen Kolonialzeit. Zuerst betritt man einen gemütlichen Barbereich. Die bemalten Wände mit Motiven aus dem Indischen Dschungel lassen mich ein wenig wie auf einer Zeitreise durch das Indien von damals fühlen, in einem der edlen Gästehäuser von höchster Qualität.

 

Wird man zu seinem Tisch geführt, öffnet sich einem ein gewaltiger, zweistöckiger Gastraum mit viel Liebe zum Detail, aber ohne überladen zu wirken. Im Zentrum, unter einer riesigen Kuppel – irgendwie hab ich was übrig für Kuppeln – wachsen Palmen und unzählige dichtbewachsene, grüne Pflanzen und ein Brunnen. Als ob man einen Teil des Dschungels ausgegraben und mitten nach London gepflanzt hätte. Irgendwie erwarte ich, dass Bagira, der schwarze Panter aus dem Film Mogli mit geschmeidigen Schritten durch das Dickicht hinaussteigt.

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Wir bekommen einen wunderbaren Platz gleich in der Nähe der Kuppel. Die Innenausstattung ist geschmackvoll und nicht überladen dekoriert, die Bedienung ausserordentlich schnell und sehr zuvorkommend. Schon bei unserem ersten Besuch vor drei Jahren, als wir per Zufall in dieses Restaurant gekommen sind, waren wir definitiv underdressed, was man uns jedoch keine Sekunde zu spüren gab.

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Heute dürfen wir ein volles Menü testen, das uns Gelegenheit gibt, aus der riesigen Karte, aus der wir kaum was verstehen als Indisch-Essen Anfänger, alles Mögliche zu probieren. Ich liebe solche Menüs. Man muss sich nicht für etwas entscheiden, sondern kann wie bei einem Buffet ganz viele Geschmäcker testen. Beim nächsten Besuch wüsste ich schon eher was zu bestellen!

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Als Apéro nehmen wir statt etwas Alkoholischem frische Kokosnuss zum Trinken – ich liebe frische Kokosnuss!! Schaut euch nur das Besteck an! Dunkles Holz und goldenes Metall. Orientalisch stielvoll. Der Vorspeisenteller bietet schon so viel zum Entdecken! Saint-Jacques in Buttersauce, Fleischbällchen, Fisch im Bananenblatt und Rindshack im Teigmantel. Die Beilagensaucen sind süssliche Konfitüren und Gewürzsaucen… hach herrlich.

Das Hauptspeisenbuffet – schaut selbst, es ist wirklich ein Minibuffet auf unserem Tisch!! – hat uns einfach nur umgeworfen. Das Linsengericht – Dal genannt- und der Spinat mit dem Käse bieten die vegetarischen Elemente des Buffets. Vor uns steht ein Sammelsurium an Fisch, Fleisch, Gemüse und Meeresfrüchten. Unser Lieblingsteil dieses Gerichtes war das Lamm. Wunderbar gewürzt und butterzart, gibt es dazu eine leichte, erfrischende Minzsauce oder auch einen Joghurtdipp mit frischem Granatapfel. Letzteren hätte ich echt am liebsten ausgelöffelt.

 

Zum Abschluss – auch wenn wir uns schon fast aus dem Restaurant rollen könnten, gibt es ein 3-erlei zum Dessert. Schokolademousse, Frischkäsecrème und ein Gewürz-Schichtkuchen. Glücklich und satt geniessen wir noch unseren Restlichen Merlot und kommen aus dem Grinsen nicht mehr raus.

 

Dass in diesem Resataurant schon Berühmtheiten wie Silveser Stallone oder Morgan Freeman gegessen haben wundert mich kein bisschen. Auch wenn der Preis etwas höher ist, was wir uns von London mittlerweile gewohnt sind, gehört dieses Restaurant zu unseren Highlights in London.

Wir hatten noch ein zusätzliches, witziges Highlight. Am Tisch neben uns sassen drei Pärchen die einen Geburtstag gefeiert hatten und Schweizerdeutsch sprachen. Von der wunderbaren Sonja, die mit ihrem Mann bereits einige Jahre in London lebt, haben wir dann noch ein paar super Tipps bekommen bezüglich Restaurants, Bars und Brunchgelegenheiten. Alles ist notiert und ich erzähle euch davon, wenn ich dazu komme, es zu testen. Danke Sonja!