Kaffee…ich brauche Kaffee!!! Sprich besser nicht mit mir, bevor ich meinen ersten Kaffee hatte. Da ich komischerweise Kaffee erst ab ca. 9:00Uhr mag, kann es etwas dauern bis man mit mir reden darf.

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Kleine Notiz an meinen Bruder: Nein du darfst jetzt keinen Kommentar dazu abgeben! Mein Blog, meine Regeln. Und schliesslich ist noch nicht ganz 9:00Uhr…Grummel…

Ab dann jedoch, liebe ich Kaffee:). Dieses wunderbare starke Aroma, die leicht bittere Note und v.a. dieser herrliche Duft. Ich bin wie ein Spürhund. Wenn es irgendwo nach Kaffee riecht, dann kann ich nicht anders als die Nase in die Luft halten und dem wunderbaren Duft entgegen zu schweben. hach… Man muss dazu sagen, ich bin ein Italiener-Kind. Zumindest zur Hälfte. Ok wenn es um Kaffee geht gänzlich. Da ist Kaffee zu trinken schon fast ein Heiligtum.

Als ich noch klein war – also kleiner – haben wir in einem Block gelebt. Da gab es eine Nachbarin die kam ab und an zu uns, klingelte und sobald meine Mutter öffnete, fragte sie immer: „Hast du Lust ein wenig zu Käfele (Schweizerdeutsch für Kaffee trinken und Quatschen)?“

Meine Mutter hat dann immer ganz erfreut gelächelt und ist mit ihr in die Küche. Schon nach kurzer Zeit roch es dann nach dem herrlichen Kaffee, der aus unserer alten roten Kolbenkaffeemaschine tröpfelte. Ich dachte mir, was die kann, kann ich schon lange und eigentlich will ich meine Mamma ja lieber für mich haben, als sie mit der Nachbarin teilen zu müssen. Ausserdem schien es meine Mutter zu gefallen, also wollte ich das auch. Von dem Tag an, ging ich einmal am Tag vor die Türe, klingelte und fragte meine Mamma:

„Willst du mit mir Käfele?“

Ich war damals in etwa vier oder fünf Jahre alt und muss meine Mamma dermassen mit meiner absurden Frage überrumpelt haben, dass sie nur noch lachen musste. Also nahm sie mich mit in die Küche, nahm ein altes kleines Weinglas, füllte es fast ganz voll mit Milch und gab einen kleinen Schluck Kaffee dazu. Gerade genug um der Milch einen kleinen Kaffeegeschmack zu verleihen. Seit dann „Käfelen“ wir mit grosser Freude zusammen.

Heute ist etwas mehr Kaffee drin und manchmal auch gar keine Milch – aber nur manchmal. Mit meiner Mutter liebe ich es immer noch Kaffee zu trinken und zu Quatschen. Im Laufe der Zeit haben wir in Aarau unser Lieblingskaffee gefunden: Das Kaffee Ccino.

Hier der Link🙂

Es liegt etwas versteckt und befindet sich im 1.Stock eines süssen Ladens mit allerlei wundervollem Krimskrams.

Bei Ccino gibt es dann einen solch wunderhübschen Cappuccino – auch mit Laktosefreier Milch erhältlich und – yeah – zwei Amaretti:).

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Wie so oft bei meinen Restauranttests, erfahre ich im Gespräch mit dem Wirt einiges über das Lokal, was ich niemals gedacht hätte. Der Wirt ist eigentlich ein Vollblut Barista. Kaffee fasziniert ihn nicht nur ganz offensichtlich, er liebt ihn geradezu. Am meisten hat man das in der Diskussion mit meiner Mamma gemerkt. Auf ihre Bemerkung, dass sie ihren Espresso  am liebsten heiss, starken und ultraschwarzen mag, wie man ihn in Italien bekommt, hat er fast nervöse Zuckungen bekommen. Seine Erwiderung? „Ja das ist aber einfach…einfach schlecht!“ Ich glaube er wollte ein anderes Wort benutzen, aber er wollte wohl meine Mutter nicht beleidigen. Wie er uns dann erklärte, ist Italienischer Kaffee oft komplett überröstet, weshalb er auch oft etwas bitterer ist.  Ausserdem schmeckt man die Aromen eines Kaffees erst, wenn er nur noch lauwarm ist. Was er uns auch gleich bewies. Und tatsächlich schmeckte er da ganz anders. Man schmeckt andere Aromen und wird beim Raten zu einem halben Kaffee-Experten.

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Coole Kaffee-Bar oder? Habt ihr die Lampe mit den Löffeln gesehen?? (oben links)

 

Die Kaffeesorten in seinem süssen und liebevoll eingerichteten Lokals hat er mit viel Sorgfalt und Hingebung ausgesucht. Sein Konzept: Direct Trade. Dabei geht er noch einen Schritt weiter als „fair trade“, indem er beim Kauf der Kaffeebohnen möglichst viele Zwischenhändler ausschaltet und versuchen so direkt wie möglich von den Bauern den Kaffee zu beziehen und das zu fairen Preisen. Jede Kaffeekreation im Ccino gibt es auch mit einem seiner Lieblingen, den Special blends. Eine dieser aussergewöhnlichen Kaffeesorten die auch einen Tick mehr kosten. Die sich aber wirklich lohnen.

Wer gerne den Urklassiker mag, bekommt seinen Kaffee auch im Kännchen: Slow Coffee:)

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Ausserdem gibt es dazu noch wunderbare Brioche, Gipfeli, Birchermüsli oder Pancakes dazu. Oder dann diese wunderbaren Zimtschnecken:)

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Die Einrichtung ist eine Mischung aus Barista Bar und Märchenhaus. Schau mal die Tische! Das sind eigentlich alte Nähmaschinen-Tische. Nur die Nähmaschine ist mittlerweilen weg:). Das Passt auch besonders gut zum Krimskramsladen, in dem es die süssesten Stoffe zu kaufen gibt!

 

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Und einer unserer Lieblingsplätze ist auf dem Balkon.

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Leider hat es an dem Tag geregnet… Aber der nächste Sommer kommt bestimmt!

 

Ich nehme mir heute noch manchmal extra einen Morgen frei und gehe dann mit meiner Mamma zu Ccino, trinke mit ihr einen Kaffee und quasle mit ihr. Unseren Espresso mögen wir übrigens trotzdem immer noch heiss, stark und italienisch geröstet…

So… jetzt brauch ich einen Kaffee…Schliesslich ist schon Neun!

Ccino, Rain 12, 5000 Aarau
Tel: +41 62 822 59 73
E-Mail: info@ccino.ch
Reservationen nur telefonisch