…und zwar in der Steinhalle in Bern:) Nein die Museumssteine sind nicht lebendig geworden und haben mit mir die Welt gerettet. Aber der Film ist für einen Low Involvement Filmabend durchaus empfehlenswert! 😉

Heute geht es um eine aussergewöhnliche Bistro, in einem der herrlich alten Museen von Bern.

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass ich ein Bern-Fan bin. Ich mag diese historische Stadt mit den alten Gebäuden. Ich mag alles was irgendwie Schlossartig aussieht und finde auch Museen immer wieder spannend und einen Besuch wert. Wenn dein Umfeld auch eher eine Ansammlung an Museumsmuffeln ist, wäre dieses Bistro evtl. ein guter Anreiz, doch mal hin zu gehen. Natürlich mit der Bedingung, vorher im Museum einen Rundgang zu machen. Ok, wir sind bei unserem Besuch auch direkt ins Restaurant… Aber ich habe auch zwei Entschuldigungen! Erstens bin ich direkt von der Arbeit gekommen und zweitens will ich dir ja ein Restaurant empfehlen und kein Museum.

Also kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema zurück.

Mein Besuch nachts im Museumsbistro Steinhalle!

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(das ist übrigens einer der beiden Winterjacken die ich bei Mango gekauft habe;) hier geht’s zum Bericht)

Das Restaurant war früher ein klassisches Museumskaffee, wo es die üblichen Verdächtigen gab: Chips, Sandwiches und Co.  AKA LANGWEILIG

Heute jedoch, ist es eine wunderbar unkompliziertes Bistro für wirklich gutes, frisch gekochtes und mit viel Liebe ausgewähltes Essen. Das Lokal steht natürlich unter Denkmalschutz. Die Einrichtung bietet aber dank hohen Decken und einer fast minimalistischen Deko eine schöne Kombination aus Moderne und Altertum.

 

Zu Essen gibt es hier auch reichlich. Zum Glück hatten wir Hunger, denn unser Menu war nicht gerade kleines für Zwischendurch…

Los geht es mit einem Apéro der aus einem aromatisierten Rosmarin-Rapsöl mit frischem Brot und einem fruchtigen gespritzten Weisswein.  Ja ich weiss, Bern ist mehr die Bier-Stadt und hier gäbe es sogar das Märzen Bier, aber ich bin nun mal schlichtweg nicht der Bier-Typ.

Weiter ging es dann mit einem Steinkuchen. Nein kein steintrockener Kuchen, sondern eine Abwandlung eines Flammkuchens. Statt dem klassischen Teig, wird hier ultradünner Pizzateig verwendet. Als Belag, kann man sowohl den Klassiker Speck, Zwiebeln und Sauercream haben, wie auch ausgefallene Kombinationen. Wir haben uns natürlich für letzteres entschieden und die Torrero Variante gewählt:

Chorizo, Chèvre (Ziegenkäse) und Oliven

Als visueller Junky, habe ich mich nicht nur in den Geschmack, sondern auch in die Präsentation verliebt. Wozu braucht man schnöde Teller, wenn man auch ein Holzbrett haben kann? Schön, urchig, toll! Übrigens, sind die hier so mega lieb, dass man bei eintägiger Vorankündigung, den Pizzateig auch mit einem speziellen Mehl haben kann! Z.B. Dinkelmehl. Ich weiss noch nicht, ob sie es auch mit einem für Glutenintollerante geeigneten Mehl hin bekommen aber wir werden es demnächst mal testen!

Dear, du weisst ich spreche jetzt mit dir: Da gehen wir das nächste mal zusammen hin!

Geschmacklich ist der Steinkuchen übrigens ein Hit, man muss aber den Ziegenkäse mögen. Mein Ding ist es absolut! Und meine Zähne hab ich auch alle noch. Die sind mir beim Biss in den Steinkuchen also nicht abgebrochen… Dafür hat mein Gaumen ein paar entzückte Purzelbäume geschlagen.

Begleitet wurde unser Essen von einem Rotwein namens Victor:

Die Farbe war wirklich aussergewöhnlich. Auch wenn er auf dem Foto zugegebenermassen etwas pinkiger wirkt, als er wirklich war. Angenehm im Geschmack und nicht zu schwer.

Der Victor hat übrigens eine weisse Schwester namens Victoria und beide stammen aus Italien. Die Schwester probieren wir dann das nächste Mal. Die beiden Flaschen wurden übrigens extra für die Steinhalle in diese stylischen Flaschen abgefüllt. Man legt hier wirklich Wert aufs Detail.

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Die Karte bietet einiges wie ihr hier seht:

 

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Wir haben uns für etwas fleischiges entschieden. Ich liebe es, mit meinem Freund essen zu gehen, denn dann kann ich immer gleich zwei Sachen probieren. Wir nehmen meistens zwei verschiedene Gerichte und tauschen nach der Hälfte die Teller. Oder wenn wir das mal nicht absichtlich machen, kriege ich seins, wenn mir meins nicht so schmeckt… Danke Sweet…

Dieses Mal gab es diese beiden Teller *mouthwatering*:

Fleisch auf dem heissen Stein mit Kräuterbutter, Rosmarin, dreierlei selbstgemachte Saucen und Pommes. Die drei Saucen waren wirklich einfallsreich: Getrüffelte Mayo die fantastisch zu den Pommes schmeckt, ein hausgemachtes Pesto und ein rosa Relish. Alle drei ein genüssliches Mmmmm… wert!

Beim Fleisch gilt übrigens die Regel: Zuerst wird ein Stück aufgebraucht, erst dann kommt das nächste zum Anschneiden. Es gibt daher auch immer nur gerade eine Fleischsorte. Wir hatten ein Bio Rinds-Entrecôte, das beim Metzger Grunder aus Bern bezogen wird. Der kleine Teller den man dazu bekommt, ist übrigens ideal, um die hälfte des Fleisches kurz ruhen zu lassen. Den dank dem heissen Stein, gart das Fleisch weiter und langsame Esser, laufen Gefahr, dass es zu durch wird.

Die Hauptgangwahl Nummer 2 fiel auf das Cordon Bleu, das vom ehemaligen Restaurant Sassafraz bekannt ist.

Die Pommes und das Fleisch, werden in einer Gusspfanne serviert. Das Cordon Bleu ist mit einer kräuterigen Panade überzogen und versteckt in seinem inneren eine Kombination aus Brie und Beinschinken. Endlich mal eine Käse Wahl, die nicht allen anderen Geschmack überdeckt, sondern auch dem Fleisch und dem Schinken seinen Platz im Gaumenerlebnis einräumt. I like it. Und die Pommes mag ich auch…

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Wie in einigen meiner zuletzt besuchten Lokalen, über die ich geschrieben habe, gibt man sich in der Steinhalle auch beim Salat mühe. Eine Mischung aus verschiedenen Blattsalatsorten, getrockneten Cranberry’s, Kürbiskernen, Baumnüssen, Mandelsplittern, Birnenschnitzen und Schnittlauch, ergeben eine schöne Ergänzung zum Fleisch.

Das Dessert haben wir uns ebenfalls geteilt. Denn obwohl wir schon fast unter den Tisch gerollt sind, konnten wir dem Besoffenen Boskop nicht widerstehen. Also eigentlich konnte ich nicht widerstehen, mein Schatz wollte „eigentlich“ nichts mehr. Am Schluss, musste ich dann doch halbe halbe machen! Soviel dazu…

Eine mehrfache Schichtung aus Mascarponecreme mit Zimt, in Calvados eingekochter Apfel und einem Apfel-Mikado-Türmchen oben drauf. Hach…

Unser Essen und auch das der anderen Gäste natürlich, wurde von zwei Köchen in einer winzig kleinen Küche, im hinteren Bereich des Bistros, kreiert. Der Platz ist klein, aber sie machen das Beste daraus und man kann ihnen beim Kochen auch zusehen. Beim Kaffee trinken erzählt uns Hanspeter, der Wirt, noch etwas mehr über das Lokal. Im Sommer ist die Terrasse vor dem Bistrot ebenfalls offen und es hat somit Platz für bis zu 200 Personen. Genug Platz also für grössere Anlässe und das vor der Kulisse des schlossartigen Museums.

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Bernisches historisches Museum gleich beim Helvetiaplatz

 

Apropos Museum: In Bern gibt es eine Nacht der Museen. Da kann man sich einen Museumspass kaufen für die ganze Stadt und geht dann von Museum zu Museum. Dank vieler zusätzlicher Angebote wie Live-Musik und Bars in den Museen, bekommt man eine moderne Variante des Museumsrundgangs durch die Stadt. Die Steinhalle hatte dieses Jahr in dieser Nacht gut 7000 Besucher! Keine Ahnung wie sie das geschafft haben…

Wenn du übrigens noch eine Idee für Silvester brauchst, wie wäre es dann mit der Steinhalle? Hier das Silvestermenu:

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HELVETIAPLATZ 5, 3005 BERN

TEL: 031 351 51 00

MAIL: contact@steinhalle.ch

Reservieren kann man auch Online.

Einmal mehr mein Fazit für dich: Bern hats einfach drauf! Mit Liebe zum Detail und Respekt vor den Zutaten, haben sich bereits einige Perlen in der Stadt verteilt. Die Steinhalle ist definitiv eine dieser Perlen.

Ich bin sicher, du weisst jetzt, wohin du dieses Wochenende Essen gehst!

Happy W-end! Xoxo